Äthiopien-Expeditionen
Reisen nach Äthiopien
 
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Äthiopien – zeitweise im Ausland auch als Abessinien bekannt (eigentlich ein kultur-geographischer Begriff, der nur das Hochland bezeichnet) – ist ein Staat im Osten Afrikas. Er grenzt an Eritrea, den Sudan, Kenia, Somalia und Dschibuti. Die Landesnatur Äthiopiens nimmt im Rahmen Afrikas eine Sonderrolle ein, das Land wird nicht zu unrecht das „Dach Afrikas“ genannt: Es ist neben Lesotho das am höchsten gelegene Land des Kontinents: 50% seiner Fläche liegen höher als 1.200 m, mehr als 25% über 1.800 m, über 5% erreichen noch Höhen von über 3.500 m. Dennoch hat der größte Teil des Hochlands Mittelgebirgscharakter. Die Hochlandsränder und die Einschnitte der Flüsse (Nil, Omo, Takaze) sind sehr steil ausgebildet. Der Großteil Äthiopiens wird vom Hochland von Abessinien eingenommen; in diesem weitläufigen Hochgebirge liegt auch die Hauptstadt des Landes: Addis Abeba. Höchster Berg des Hochlandes ist der Ras Daschan Terara mit 4.545 m; weitere dortige Viertausender sind der Talo mit 4.413 m, der Guma Terara mit 4.231 m und der Guge mit 4.203 m. Durch die Mitte des Staats zieht sich in Nordost-Südwest-Richtung der Große Afrikanische Grabenbruch, der auch als Abessinischer Graben bezeichnet wird. Auf dessen südöstlicher Seite schließt sich das Somali-Hochland an. Die tiefste Landesstelle befindet sich mit 116m unter dem Meeresspiegel in der Koba-Senke westlich der Grenze zu Eritrea. Südlich des äthiopischen Grabens liegen zahlreiche Seen, im Norden geht die Landschaft allmählich in die Danakilsenke über, eine Ebene mit verschiedenen geologisch aktiven Vulkanen und Salzwüsten. Im Laufe der Zeit ist die Danakil immer wieder vom salzigen Roten Meer überflutet worden; Nach der Verdunstung des Wassers blieb eine mehrere Hundert Meter dicke Salzschicht zurück. Die Danakil ist eine der phantastischsten Wüstenlandschaften unserer Erde – sie bildet einen Schwerpunkt verschiedener Äthiopien-Reisen unseres Reiseangebotes.
 
   Ostafrika, Äthiopien: Vom Abessischen Hochland zur Danakil-Wüste - Lavasee im Krater des Ertale-Vulkans   Ostafrika, Äthiopien: Am Horn von Afrika - Wasserfälle des Blauen Nils bei Tississat
 

Aufgrund seiner abwechslungsreichen Topographie, diversen geologischen Schichten und verschiedener klimatischer Verhältnisse ist Äthiopien die Heimat für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Von der Savanne über immergrüne Feuchtwälder bis hin zu Regionen mit alpinem Klima haben sich hier viele Lebensräume etabliert. Äthiopien ist eines der acht Genzentren der Erde. Die äthiopische Flora umfasst ungefähr 7.000 höhere Pflanzenarten, von denen ungefähr zwölf Prozent endemisch sind. Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffees und verschiedener Getreidearten. 20 verschiedene Kulturpflanzen stammen aus diesem Land. Die Schirmakazie, der Affenbrotbaum, Wacholder und der Maulbeerfeigenbaum sind typische Baumarten des Landes. Eines der großen Umweltprobleme Äthiopiens ist jedoch die Waldrodung, die dazu geführt hat, dass bereits Anfang des 20. Jahrhunderts viele dieser Arten in ihrem Bestand erheblich geschwächt waren. Eine Aufforstung mit schnell wachsenden Eukalyptusbäumen im Jahre 1905 hat dazu geführt, dass diese heute den größten Teil der Bäume Äthiopiens ausmachen. Unter den zahlreichen Tierarten sind 30 Säugetierarten, 23 Vogelarten, 3 Reptilarten und 17 amphibische Arten endemisch. Die klimatischen Unterschiede innerhalb von Äthiopien sind in erster Linie durch die Höhe bedingt, in den Tiefebenen ist es heiß, und in den Hochebenen relativ kühl. Man kann drei Klimazonen unterscheiden: die tropisch-heißen Gebiete bis 1.800 m, die warm-gemäßigte Zone von 1.800 bis 2.500 m sowie die kühle Zone über 2.500 m. In der Hauptstadt Addis Abeba, die auf ca. 2.400 m Höhe liegt, liegt die durchschnittliche Tagestemperatur mittags zwischen 8 und 24 °C. In der tropisch-heißen Zone (Qolla) ist es durchschnittlich 27 °C warm bei einer jährlichen Regenmenge unter 500 mm Niederschlag. Die warm-gemäßigte Zone (Woyna Dega) ist 22 °C warm bei 500 bis 1.500 mm Niederschlag pro Jahr. Im Berggebiet (Dega, über 2.500 m) werden nur 16 °C gemessen und die Regenmenge steigt bis 1.800 mm Niederschlag. Die Hauptregenzeit ist zwischen Mitte Juni und September, eine kleine Regenzeit gibt es zwischen Februar und März.

 

Nördlich bzw. nordöstlich des Landes liegt Eritrea, welches etwa so groß ist wie 1/3 der Fläche Deutschlands. Neben der Grenze im Westen zum Sudan wird das Land im Osten vom Roten Meer begrenzt. Hier wird Eritrea landschaftlich von Trockensavanne bestimmt, welche sehr heiß und trocken ist. Das Hochland im Landesinneren dagegen ist wesentlich feuchter und durch die Höhenunterschiede zur Küste auch nicht mehr so heiß. Die höchste Erhebung des Landes ist der Soyra mit gut 3.000 m, der tiefste Punkt liegt in der Danakilsenke mit -110 m, worin sich die enormen Höhenunterschiede innerhalb des Landes zeigen. Vor Reise in das Grenzgebiet zu Äthiopien wird derzeit abgeraten. Wir beobachten die Situation vor Ort aufmerksam und werden bei Beruhigung der Lage eine Reise in dieses recht unbekannte Land anbieten.
 

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Stand: August 2010